Kunst statt Kranzspenden
Es kommt immer öfter vor, dass Angehörige keine Kranzspenden wünschen — sei es aus persönlichen Gründen oder weil in der Urnennische zu wenig Platz für eine Reihe von großen Kränzen ist. In diesem Fall stellt ein handgearbeitetes Portrait des Verstorbenen eine hübsche Alternative dar.
Ebenso wie ein floraler letzter Gruß, dient ein repräsentatives Portrait der Würdigung des Verstorbenen. Es kann während der Beisetzungszeremonie dekorativ platziert und im Anschluss von den Angehörigen mit nach Hause genommen werden. Auch die Kombination aus gerahmtem Bild und einem ausgewählten kleinen Blumenschmuck sieht wunderschön aus.
Auftraggeber für das Portrait können natürlich nicht nur die Angehörigen selbst sein. Einzelne Trauergäste, die Gemeinschaft aller Trauergäste, die Arbeitskollegen, Schulfreunde oder andere Personengruppen können sich entschließen, ein Portrait des Verstorbenen anfertigen zu lassen, um es am Ort des gemeinsamen Wirkens aufzuhängen oder um es der Trauerfamilie als Beileidsbezeugung zu überreichen.
Tischdekoration beim Totenmahl
Nach dem zeremoniellen Teil der Trauerfeier stärken sich Freunde und Verwandte beim Totenmahl. Besonders bei diesem Anlass ist ein festlich gedeckter Tisch Balsam für die Seele. Die Menschen, die einander hier gegenüber sitzen, haben sich aber oft jahrelang nicht gesehen — oder kennen einander nicht — und kommen nun in einer Ausnahmesituation erstmals wieder zusammen. Nicht selten ist die Konversation hölzern oder gar unangenehm aufgrund von mangelndem Gesprächsstoff, großen Generationenunterschieden oder hervorbrechenden Gefühlen.
In diesen Situationen ist die gemeinsame Erinnerung an den Verstorbenen ein verbindendes, oft auch tröstendes Thema. Einheitlich gestaltete Tischkärtchen, Platzmatten, festliche Kerzen oder Windlichter dekoriert mit Portraits des Verstorbenen machen Erinnerungen präsent und suggerieren die Anwesenheit des Verstorbenen bei Tisch. Diese besondere Tischdekoration kann am Ende als Erinnerungsstück verschenkt und mit nach Hause genommen werden. So können sich Angehörige bei den Trauergästen für die erwiesene Anteilnahme bedanken — mit einem Erinnerungsstück, das wahrscheinlich länger Freude bereitet als herkömmliche Dankschreiben.
Ewige Verbundenheit — Familien- und Doppelportraits
Gemeinsam vorbereiten — Kunst im Angesicht des Todes
Für viele Menschen ist der eigene Tod ein großes Tabuthema. Dennoch gibt es Situationen, die einen ganz plötzlich mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontieren wie der Tod eines geliebten Wesens oder die Diagnose einer unheilbaren Krankheit. Die Unabänderlichkeit solcher Lebenslagen bewirkt heftige Emotionen, mit denen man sich aktiv auseinandersetzen sollte. Denn Verunsicherungen, Ängsten und Schmerzen ständig auszuweichen, um handlungsfähig zu bleiben oder das Gesicht zu wahren, erfordert eine unbewusste Kraftanstrengung, die eine zusätzliche Dauerbelastung darstellt.
Der künstlerische Zugang beinhaltet geeignete Methoden, um Gefühle in Bezug auf den (eigenen) Tod zu befragen und in einen sinnstiftenden Zusammenhang zu bringen. Er fördert zB das Forschen nach Selbst- und Fremdwahrnehmung, stimuliert die assoziativen Fähigkeiten, erfordert zielgerichtetes Entscheiden und Handeln und dient schließlich dazu, Gefühlen Ausdruck zu verleihen, wobei negative Gefühlsqualitäten im Kunstkontext nicht zensiert werden müssen wie in vielen anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen.
Die Planung und Erstellung eines Gedenkportraits oder einer Portrait-Collage kann demnach eine produktive und sinnstiftende Auseinandersetzung mit dem Tod befördern. So können Menschen, die sich auf den Tod vorbereiten müssen, — im übertragenen wie im realen Sinn — das Bild mitgestalten, wie sie in Erinnerung bleiben möchten. Sie können den Ort vorausplanen, an dem ihr Andenken platziert werden soll. Darüber hinaus können sie gemeinsam mit den Angehörigen den emotionalen Stellenwert der Erinnerungsstücke definieren. Dieser Prozess lässt Sterbende Wertschätzung durch ihr Umfeld erfahren und hilft ihnen, mit der eigenen Persönlichkeit und Biografie wertschätzend umgehen zu lernen. Oft lassen sich im vorbereitenden Gespräch offene Stränge oder schwelende Konflikte zu einem zufriedenstellenden Abschluss bringen. Auch für Angehörige eine erleichternde Erfahrung sein. Jedenfalls eröffnet der künstlerische Zugang aber einen Handlungsspielraum, der dem endgültigen Aus etwas entgegensetzt.
Kondolenz- und Gedenkbücher
„Jeder Trauergast kann sich bei der Trauerfeier mit seinem Namen und einem Ausdruck der Anteilnahme für die Familie eintragen. Die Familie hat mit dem Kondolenzbuch ein ehrenvolles Erinnerungsstück und kann ersehen, wer an der Trauerfeier teilgenommen hat, um sich für die Anteilnahme zu bedanken.“
