Trauerkultur im Wandel

Traditionelle Aspekte unserer Trauerkultur beinhalten:

Feuer und Erdbestattung (christlicher Hintergrund)

Kerzen

Die Farbe Schwarz

Blumenkränze: Bestimmte Blumen wie Lilien oder Rosen
Natursymbolik

Grabsteine und Steindenkmäler

Leichenzug, Totenmahl, Zehrung

kirchliche Bestattung

Todesnachricht in der Zeitung

Neu hinzugekommen: Trauerportale im Internet mit virtuellen Kerzen

Warum neu gestalten? Stand des Einzelnen innerhalb der Gesellschaft und regelkonformes Leben ist heute weniger wichtig als individuelle Lebensgestaltung uns Selbstverwirklichung. Auch Religiosität hat heute anderes Gesicht als früher. Wie schlägt sich dieser Wandel in der Trauerkultur nieder?

Dagegen steht der erhebliche Aufwand, den Abschied sehr persönlich zu gestalten. Keine Zeit und Trauer schränkt ein. Sehr individuelles Dienstleistungsangebot fehlt.

Persönlich — zeitgemäß — überkonfessionell.

Geben Sie Ihrer Trauer eine persönliche, maßgeschneiderte Form fernab konfessioneller oder althergebrachter Normvorstellungen.

Kunst & Tod — Ästhetik als Schlüssel zur Trauerbewältigung

Der Begriff „Ästhetik“ bezeichnet die Wahrnehmung des Schönen, Erhabenen und Harmonischen in Kunst und Natur. Sobald wir die Zeichnung oder das Gemälde eines lieben Verstorbenen aufmerksam betrachten, geraten wir relativ unwillkürlich in einen Modus der ästhetischen Wahrnehmung. Das heißt, wir aktivieren unser sinnliches Empfinden für das Schöne an der Darstellung der verstorbenen Person. Ein kunstvolles Bildnis anstelle eines gewöhnlichen Fotos steigert auch die Aufmerksamkeit und Wertschätzung Außenstehender für den Verstorbenen. Diese Anerkennung durch Dritte wirkt auf trauernde Angehörige meist tröstlich.

Zwischen dem Zustand der ästhetischen Wahrnehmung und dem Zustand der Trauer nach einem Todesfall existiert eine wichtige psycho-physiologische Parallele: In beiden Situationen kreist das Bewusstsein um einen bestimmten Gegenstand, hier konkret um eine bestimmte Person. Dieses umkreisende Bewusstsein setzt aber keine unmittelbare Reaktion oder Handlung in Gang wie in alltäglichen Wahrnehmungszusammenhängen, in denen der Umgang mit Artgenossen zumeist sensorische oder motorische Weselwirkungen auslöst. Obwohl die gesamte Aufmerksamkeit auf diese eine Person gerichtet ist, kann mit dem Verstorbenen so wie mit seinem künstlerischen Abbild nicht (mehr) unmittelbar kommuniziert und interagiert werden. Das ästhetische wie das trauernde Bewusstsein können lediglich die abgebildete bzw. verstorbene Person gedanklich imaginieren.

Die negativen Emotionen aus dem Prozess des Trauerns entstehen somit über ähnliche Wahrnehmungsmuster wie die üblicherweise angenehmen Emotionen, die mit dem Betrachten von Kunst assoziiert sind. Wird durch ein künstlerisches Portrait des Verstorbenen der Gegenstand der ästhetischen Wahrnehmung mit dem Gegenstand des trauernden Bewusstseins zur Deckung gebracht, so werden die Emotionen diesem Gegenstand gegenüber ambivalent! Das bedeutet, dass sich die traurigen Gefühle mit positiven, erhabenen Gefühlen mischen, sodass die Trauer etwas abgemildert wird. Unter diesem Blickwinkel erhält die ästhetische bzw. künstlerisch Gestaltung von Sterbeandenken einen praktischen Nutzen für die Trauerarbeit.